AKS GEMEINWOHL
Die „Arbeits- und Koordinierungsstruktur für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung“ (AKS) in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg ist eine Anlauf- und Schnittstelle für Koproduktion in der Stadtentwicklung. Dabei vermittelt, vernetzt und berät die AKS eine große Bandbreite von Akteuren aus der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und der Politik. Insbesondere unterstützt werden Mieter*innen und Initiativen dabei, ihre Expertise, Netzwerke und Ressourcen in Prozesse der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung einzubringen. So können soziale Bewegungen und Mieter*innen stadtpolitische und städtebauliche Entwicklungen mitgestalten und ihre Interessen direkt vertreten. Von der Sorgearbeit der AKS und den daraus entstehenden Synergien, profitieren betroffene Mieter*innen, stadtpolitische Initiativen, die lokale Politik und Verwaltung in gleichem Maße.
BETEILIGTE STELLEN UND STRUKTUREN

GI & KOOR
Inhaltlich fokussiert sich die Arbeit der AKS auf zwei Schwerpunkte:
(1) GI steht für Gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung: Die Förderung von gemeinwohlorientiertem Neubau und die Überführung von Bestandsimmobilien in gemeinwohlorientierte Trägerschaften (z.B. Genossenschaften, Landeseigene Wohnungsunternehmen, Mietshäusersyndikat, Community Land Trusts). Dies dient dem Erhalt von bezahlbarem Wohn- und Gewerberaum und dem Schutz der Mieter*innen vor Verdrängung.
(2) KOOR steht für Koordination der Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Verwaltungsstrukturen: Hier aktiviert, vernetzt und begleitet die AKS unterschiedliche Initiativen in Aushandlungsprozessen der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Es wirkt bei etablierten Netzwerktreffen und Gremien mit bzw. initiiert bei Bedarf neue. Zudem ist es für Informationsbereitstellung und Wissenstransfer zu aktuellen Prozessen der Stadtentwicklung sowie zu Arbeitsweisen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten in der Stadtpolitik zuständig. Im Sinne aufsuchender Netzwerk- und Infoarbeit unterstützt die AKS Gemeinwohl selbstorganisiertes Engagement innerhalb gemeinwohlorientierter Bezirksentwicklung. Im Zentrum stehen hier diskursive und aktivistische Formate des Austausches und der Interessenvertretung.
NETZWERKE
Mit Bezug auf diese Tätigkeitsfelder aktiviert und pflegt die AKS Netzwerke zwischen zivilgesellschaftlichen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Akteuren der Stadtentwicklung. Dabei geht es um das Herstellen und Halten eines „dritten Raumes”, der diese Akteure mit ihren Interessen in produktiven Prozessen zusammenkommen lässt, um deren Handlungskoordination zu verbessern oder manchmal auch überhaupt erst zu ermöglichen. Dieser gemeinsame „dritte Raum“ ist ein innovatives Instrument zur Unterstützung einer vielfältigen Stadtgesellschaft, nachhaltiger Bodenpolitik und der Sicherung von gemeinwohlorientierten Immobilien und bezahlbarem Wohnraum. Wesentlich für die AKS ist die Mitwirkung der von ihr unterstützten Menschen in den beteiligten Strukturen und Initiativen.
Gerade weil im Rahmen der aktuellen Wohnungskrise weite Teile der lokalen Bevölkerung von Verdrängung bedroht sind, müssen Bezirkspolitik und Bezirksverwaltung die Arbeit lokaler Initiativen und deren lokal verankerte Wissensbestände als überaus wertvolle Ressourcen in Stadtentwicklungsprozesse integrieren. Die AKS versteht sich bei diesen Kooperationen zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung als zentrale Vermittlerin. Sie arbeitet eng mit den Angestellten der Stabstelle kooperative Stadtentwicklung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg zusammen. Die AKS wird durch den Trägerverein Gemeinwohl Stadt eV zivilgesellschaftlich organisiert und getragen und durch Zuwendungen des Bezirksamtes finanziert. >> Weitere Infos zum Trägerverein findet ihr hier.
Die AKS ist eine parteiliche Instanz, insbesondere für die von Verdrängung betroffenen oder bedrohten Mieter*innen. Sie zielt auf die Reduzierung von ungleichen Repräsentationsverhältnissen innerhalb des lokalen demokratischen Systems. Initiiert und begleitet werden partizipative Prozesse zur Mitbestimmung und gemeinsamen Koproduktion, um die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern. Dies verändert die lokale Stadtentwicklung ein Stück weit zu mehr Kooperation auf Augenhöhe.